Grünes Pesto im Glas
HOW TO

Basilikumpesto selber machen

In Italien geht kein Weg daran vorbei: Pesto ist beliebt und schnell zubereitet. Egal, ob klassisches Basilikumpesto, veganes Pesto oder Pesto Rosso: Hier gibt's alle Tipps, Tricks & unsere Lieblingsrezepte!

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Ein Artikel von Alisa

Wenn Food-Editorin Alisa nicht gerade ungeschickt Stäbchen in vietnamesische Bùn steckt, erzählt sie am liebsten von ihren nachhaltigen Food-Entdeckungen. Ihr Talent: wichtige Themen mit Witz rüberbringen.

Zutaten für Pestos

Eins müssen wir mal klarstellen: Wenn wir von einem klassischen Pesto sprechen, dann von Basilikumpesto, dem Ursprung aller Pestos. Das Pesto Genovese zeichnet sich durch genau sechs Zutaten aus: Pinienkerne, Knoblauch, Parmesan, Olivenöl, Basilikum und etwas Meersalz. That’s it! Was ursprünglich in Norditalien bei den alten Römern als grüne Soße anfing, umfasst mittlerweile unzählige Variationen, unter denen jeder seinen perfekten Pasta-Begleiter findet. Grundsätzlich könnt ihr die Zutaten ganz nach eurem Geschmack wählen. Ideen gefällig?

Welche Nuss darf es sein?

Klassisches Basilikumpesto verlangt nach Pinienkernen. In einer Pfanne geröstet verleihen die geschälten Samen dem Pesto Genovese ein herrliches Aroma. Beim Rösten gibt es nur eines zu beachten: Ihr röstet die Kerne ohne Fett in einer Pfanne an. Nüsse und Kerne haben von Natur aus einen hohen Fettgehalt, der bei diesem Vorgang angezapft wird. Öl ist also vollkommen überflüssig. In anderen Pestos werden aber auch Walnüsse oder Mandeln verwendet. Seid mal mutig und verwendet Pistazienkerne. Die passen besonders gut zu süßen Pestos. 

Tipp: Pesto kann auch ohne Nüsse zubereitet werden – dann aber etwas mehr Olivenöl und Parmesan verwenden, damit es trotzdem schön cremig wird! 

Öle im Pesto

Hier zählt Qualität! Wir raten euch zu einem Olivenöl extra vergine. Pesto wird nicht gekocht und der Geschmack des Öls kommt auf jeden Fall durch. Kleiner Tipp am Rande: Greift zu Olivenöl in einer dunklen Flasche und bewahrt es an einem dunklen Ort auf. Während wir nicht genug von warmen Sonnenstrahlen bekommen können, ist Olivenöl lichtempfindlich und wird bei Licht und Wärme schnell ranzig.

In Kombination mit intensiven Kräutern wie Koriander oder Majoran (keine Angst, zum Kapitel der Kräuter kommen wir noch) eignet sich besonders gut ein mildes Rapsöl, das die Aromen der Kräuter nicht übertüncht.

olivenoel-mood.jpg Olivenöl darf im Pesto nicht fehlen – aber bitte extra vergine!

Der richtige Käse

Oh ja, die Preise von Parmesan und Pecorino können auf den ersten Blick etwas abschreckend sein. Nicht umsonst wird heutzutage oft in italienischen Hartkäse investiert. Aber: Den Preis vergesst ihr spätestens dann, wenn ihr in den Genuss eures selbst gemachten Pestos kommt. Ob euch der Parmesan aus Kuh– oder der Pecorino aus Schafmilch besser schmeckt, könnt ihr für euch selbst entscheiden. Experimentieren erwünscht! Nur der gute alte Gouda sollte nicht auf der Zutatenliste stehen.

Lust auf eine kleine Parmesan-Warenkunde? Dann hier entlang

Geschmacksgeber Kräuter

Was wäre ein Basilikumpesto ohne Basilikum? Genau, nichts! Wir haben nur eine goldene Regel: frisch müssen sie sein! Basilikum bekommt man fast das ganze Jahr über im Supermarkt um die Ecke oder beim Gemüsehändler. Minze, Koriander, Majoran, Estragon, Liebstöckel, Dill – alles geht. Ausgefallener wird es mit Salbei, Brennnesseln oder unserem Pesto mit Radieschenblättern. Im Frühjahr ruft das Bärlauchpesto! Ihr könnt auch an einem 3-, 5- oder 7-Kräuterpesto schrauben – äh, wir meinen natürlich mixen. Tobt euch aus!

Das gewisse Extra

Pestos lassen sich vielfältig verfeinern. Hier ist alles eine Frage des Geschmacks. Nur eine Zutat darf im Orginal nicht fehlen: Knoblauch! Die frischen Zehen verleihen der grünen Soße eine leichte Schärfe. Sie lassen sich mit unserem Trick auch noch richtig einfach schälen. Dafür die Knoblauchknolle mit der Hand oder dem Messerrücken aufbrechen und in ein Glas mit Drehverschluss füllen. Dann das Glas verschließen und schütteln. Fertig! 

Auch beliebt: frisch gehackte rote Chili. Zitronen– oder Limettensaft lässt nicht nur den Vitamin-C-Gehalt durch die Decke gehen, sondern auch den Geschmack. Besondere Gourmets greifen auch mal zu Oliven oder Kapern und heben ihr Pesto damit auf ein ganz neues Level.

Veganes Pesto

Basilikumpesto klingt ja schön und gut, mit Käse zubereitet ist das aber nichts für die Veganer unter uns. Habt ihr wirklich gedacht, wir lassen euch zurück? Auch wenn die klassische Zutatenliste von Pesto Genovese & Co oft Käse enthält, lassen sie sich easy abwandeln und veganertauglich zubereiten. Unser veganes Pesto mit Rucola ist eine echte Alternative. Versprochen! Auch unser Basilikumpesto mit Avocado lässt sich vegan genießen. Dafür den Parmesan einfach weglassen.

Parmesan am Stück, gerieben und in Behälter. Würziger Hartkäse – Parmesan oder Pecorino – ist ein wichtiger Bestandteil von klassischem Pesto.

Das Battle: grün vs. rot

Die einen schwören auf Pesto verde, die nächsten favorisieren Pesto rosso. Mal ganz ehrlich, wir wollen hier niemanden ausschließen und sind offen für die unterschiedlichsten Pesto-Rezepte, solange sie Pesto-Lover glücklich machen. Aber wo genau liegt denn da nun der Unterschied? Wie bereits erwähnt, ist das Pesto genovese das Original und hat aufgrund seiner Kräuter die grüne Farbe. Die Zutatenlisten von roten Pestos beinhalten anstelle der Kräuter oft knackiges Gemüse wie rote Paprika oder getrocknete Tomaten. Mehr dazu in unserer TOP 10 Pestos am Ende dieses Artikels!

Rotes Pesto im Glas Wir sehen rot! Ohne Kräuter, dafür mit jeder Menge getrockneter Tomaten schmeckt Pesto Rosso fantastisch!

Zubereitung

Mixer oder Mörser?

Sich einmal wie ein richtiger Italiener fühlen? Das geht nicht nur beim Pestoessen, sondern auch beim Pestomachen. Um dem Namen „Pesto“ gerecht zu werden, muss ein Mörser her! „Pesto“ stammt vom italienischen pestare ab und das bedeutet „zerstampfen“. Eifriges Mörsern beansprucht zwar den Bizeps, aber ein richtig gutes Pesto muss man sich ja auch erstmal verdienen. Für die Zubereitung empfehlen wir einen Mörser mit Stößel aus Granit. Er sollte nicht zu klein sein und für einen guten Reibwiderstand eine rauhe Oberfläche haben. Um sich das Mörsern zu erleichtern, sollten die Pestozutaten grob gehackt werden, bevor sie in den Mörser wandern.

Wenn euer Kücheninventar einen guten Mixer beinhaltet, dann könnt ihr alle Pestozutaten natürlich auch pürieren. Aber Achtung: Läuft der Mixer auf Hochtouren, kann er schnell heiß werden und die frischen Kräuter können an Aroma verlieren.

Basilikumpesto wird im Mörser gemacht Echt Handarbeit – Beim Mörsern entfalten sich die duftenden Aromen der Kräuter

Step by Step: Grundrezept Basilikumpesto  

Nachdem wir das alles geklärt haben, steht eurem ersten Basilikumpesto ja nichts mehr im Weg. Pflückt die Kräuter aus dem Garten oder besorgt euch welche auf dem Markt und los geht’s!

Zutaten

25 g Pinienkerne
2 Knoblauchzehen
1 Bund Basilikum
4 EL Parmesan, gerieben
150 ml Olivenöl
Salz
Pfeffer

Zubereitung

Ihr startet mit dem Rösten der Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett. Parallel schält ihr den Knoblauch und hackt ihn fein. Das Basilikum wird gewaschen, trocken geschüttelt und gemeinsam mit Pinienkernen, Knoblauch, Parmesan und Olivenöl püriert. Nur noch mit Salz und je nach Belieben mit Pfeffer abschmecken. Basta! Rezept gibt’s hier!

Grünes Pesto im Glas Grüner wird's nicht! Wer kann diesem Pesto schon widerstehen?

Pesto in petto – Lagerung und Haltbarkeit

Wer sich keiner Selbsthilfe-Gruppe verzweifelter Pesto-Süchtiger anschließen will, dem sei gesagt: Das müsst ihr nicht, denn Pesto lässt sich auch in größeren Mengen zubereiten.

Tipps für eine lange Lebensdauer

  1. Ein Glas muss her! Frische Pestos fühlen sich in einem Glas mit Schraubverschluss am wohlsten. Einmal den Löffel reingesteckt, sollte das Glas wieder saubergemacht und das Pesto immer mit etwas Öl bedeckt werden. So verhindert ihr Schimmelbildung.
  2. Kühlschrank auf, Pesto rein, Kühlschrank zu! Kalt gestellt ist die Lieblingssoße der Italiener bis zu zwei Wochen genießbar.
  3. Eine Eiswürfelform ist nicht nur für Eiswürfel gut. Auch frische Pestos können darin portionsweise eingefroren und nach Lust und Laune aufgetaut werden.


Ist mein Pesto noch gut?

Bei Pesto ist recht leicht zu erkennen, ob es noch genießbar ist. Riecht eure Kreation bitter, kann das daran liegen, dass das Öl ranzig geworden ist. Oftmals erkennt man das vergangene Ablaufdatum an Schimmel, der sich am oberen Rand bildet. Steht euer Pesto schon ein paar Tage länger im Kühlschrank und ihr seid skeptisch, schmeißt lieber den Mixer an und versucht ein neues Rezept aus. Das geht ja fix!

Minz-Pesto mit Grissini auf dunklem Untergrund von oben Hübsch verpackt hält Pesto nicht nur länger, sondern kann auch easy verschenkt werden

Hashtag healthy – wie gesund ist Pesto?

Kalorienzählen gehört nicht zu unseren Stärken und sowieso sind wir der festen Überzeugung, dass Pasta besser schmeckt als ein flacher Bauch. Die Heinzelmännchen, die die Hosen enger nähen, nehmen wir aber trotzdem einmal unter die Lupe.

Kalorien und Nährstoffe

Die gute Nachricht zuerst: Wer seine Pesto-Gläser mit „homemade“ beschriften kann, geht sämtlichen Zusatzstoffen gekaufter Pestos aus dem Weg und hat in der Regel ein gesünderes Produkt vor sich. Die verwendeten Kräuter sind mit hohen Mengen Vitamin-C und Eisen richtige Kraftpakete, Knoblauch hat entzündungshemmende Eigenschaften und Chili unterstützt eine gesunde Verdauung. Auch Nüsse und Öl haben viele positive Eigenschaften – darunter gesunde und wichtige Omega-3-Fettsäuren. Wenn es um die fiesen Kalorien geht, haben die es aber in sich und machen Pesto zu einer – sagen wir es mal vorsichtig – Kalorienbombe. Je nach Pesto und Zubereitung variieren die Kalorien sehr stark (300–550 kcal pro 100 g). Wenn ihr den Löffel nicht zu tief ins Glas steckt, kann man aber ganz ohne schlechtes Gewissen genießen!

pesto-mit-rucola-step2.jpg Mit bis zu 75 Prozent ungesättigten Fettsäuren zählt die Walnuss als Königin unter den Nüssen. Greift zu!

TOP 10 Pestos

Na, zählt ihr jetzt schon zu den Pesto-Experten? Egal, ob Experte oder Newbie: Wir liefern euch unsere 10 Lieblings-Pestos und die besten Rezepte, die ihr damit zubereiten könnt. Auf die Pestos, fertig, los!

Pesto alla Genovese: der Klassiker

Grün und aromatisch kommt das italienische Allround-Talent aus Ligurien daher. Basilikumpesto mit Pinienkernen, würzigem Parmesan und Olivenöl geht einfach immer! Die Zubereitung ist so einfach und schnell, da lohnt sich der Kauf eines Fertig-Pestos gar nicht richtig.

Pesto Rosso: wir sehen rot!

Rotes Pesto kann ganz einfach mit Zutaten aus dem Vorratsschrank zubereitet werden! Getrocknete Tomaten und Chili geben dem Rivalen des grünen Pestos richtig viel Geschmack. Wir können und wollen uns nicht zwischen den beiden entscheiden – Pasta-Soßen kann man nie genug im Petto haben!

Pesto alla calabrese: cremiges Ricotta-Pesto

Direkt aus Kalabrien, aus dem tiefsten Süden Italiens, kommt dieses Pestorezept mit frischer Paprika, spicy Chilischote, Ricotta und Pecorino. Ihr seid schon Pasta-satt? Dann streicht das Pesto alla calabrese aufs Brot und reicht es zu einem erfrischenden Aperol Spritz!

Pesto alla trapanese: alles in einem

Tomaten und Basilikum? Ja, ihr habt richtig gehört: Die Sizilianer konnten sich wohl nicht entscheiden und haben die Grundzutaten des roten und grünen Pestos im Pesto alla trapanese einfach kombiniert. Clever, was? Und es funktioniert: Die Aroma-Bombe schmeckt!

Pesto alla cetarese: Lust auf was Neues? 

Wenn ihr Bock auf Pesto, aber mal anders, habt, müsst ihr Pesto alla cetarese unbedingt probieren! Das Pesto aus Sardellen, Petersilie, Oliven, Kapern und verschiedenen Nüssen hat es in sich! Die Kräuter geben dem Ganzen Frische, Nüsse und Samen verleihen dem Pesto seine Cremigkeit und die Sardellen bringen den berühmt-berüchtigten „Umami“-Geschmack mit (fünfte Geschmacksrichtung neben süß, salzig, sauer, bitter, die als „würzig“ beschrieben wird).

Veganes Pesto: Pflanzen-Power

Pesto geht auch in vegan – das haben wir ja bereits geklärt! Unser Rucola-Pesto mit Walnüssen, aromatischem Knoblauch und scharfen roten Chilis ist aber nicht nur was für Veganer. Serviert das Pesto einfach mal als Alternative zu klassischem Pesto mit Parmesan oder Pecorino – schmeckt so lecker, da ist der Käse schnell vergessen.

Minz-Pesto: sommerlicher Frische-Kick

Limette und Minze sind vielleicht nicht Zutaten, an die man sofort denkt, wenn man „Pesto“ hört. Dabei sind sie nicht zu unterschätzen! Minze schmeckt nämlich nicht nur in Drinks und Desserts, sondern gibt auch herzhaften Gerichten einen erfrischenden Touch. Als sommerliches Pesto zu Fischgerichten, Salaten oder Gemüse eignet sich Minz-Limetten-Pesto ganz hervorragend. Die restliche Minze und Limette könnt ihr ja immer noch in einen Mojito packen!

Pistazien-Pesto: grüner Knaller

Die Trend-Zutat Pistazie macht nicht nur als Eis „bella figura“, sondern auch im Pesto. Die satte, grüne Farbe und der nussige Geschmack machen das Pesto di Pistacchio zu einem echten Feinschmecker-Produkt. Toll auch zum Verschenken!

Rucola-Pesto: pfeffrig-intensiv

Wenn es Rucola nicht gäbe, würden wir ganz schön viel aus der italienischen Küche vermissen. Egal, ob als Salat, in einer Piadina oder eben zerstampft als Rucola-Pesto mit Walnüssen, Knoblauch und Parmesan: Rucola ist ein Allround-Talent!
Tipp: Rucola könnt ihr ganz einfach im Garten oder auf dem Balkon einpflanzen – schmeckt viel besser als aus dem Supermarkt!

Paprika-Pesto: last but not least

…oder Pesto di peperoni, wie das in Italien so schön heißt. Und damit meinen wir nicht das, was in Deutschland als Peperoni(-pizza) bezeichnet wird, sondern die Paprika. Die spielt nämlich in diesem Pesto die Hauptrolle, zusammen mit den Ur-Zutaten des Pestos (Knoblauch, Olivenöl, Parmesan, Pinienkernen). Durch das Garen im Ofen entfalten sich wunderbare Röstaromen in der Paprika. Einfach perfetto!

Unsere Lieblingsrezepte mit Pesto

Was ihr jetzt mit diesen 10 leckeren Pestos machen könnt? Ganz, ganz viel. Wir haben da einmal ein bisschen Inspiration für euch – diese Rezepte sorgen sofort für Urlaubsfeeling und ein „sorriso“ (Lächeln) auf euren Lippen!